Ernährung – Vom Interesse zur Leidenschaft

Das Thema Ernährung hat bei mir schon immer eine große Rolle gespielt, da ich jemand bin, der sehr gerne isst.

In meiner Kindheit war das Gesunde Essen sehr wichtig. Natürliche Lebensmittel waren der Schlüssel zur gesunden Ernährung. Als Kind wurde mir zwar beigebracht, wie ich mich richtig ernähre, dennoch bekam ich eine Phase, in der ich das perfekte Musterbeispiel für eine ungesunde Ernährung war. Ich habe aufgehört mit Sport und saß daher nur noch vor dem Fernseher mit meiner Lieblingsserie. Dazu gab es immer irgendwelche Süßigkeiten – egal ob Chips oder eine Packung Schokolade.

Ein paar Jahre später, als auf der Waage ein paar Kilos zu viel waren, hat sich alles gedreht. Ich bekam wieder Lust auf Sport und habe mir eine Sportart gesucht, die mir Spaß machte. Da ich wusste, zu einem gesunden Lebensstil gehört nicht nur Sport, sondern auch eine gesunde Ernährung, habe ich mich ein bisschen mit dem Thema beschäftigt. Trotzdem wusste ich nicht so richtig, wie ich anfangen soll.

Meine Leidenschaft für Ernährung kam allerdings erst später.

Angefangen hat alles 2018. Für mich stand schon lange fest, dass ich nach der Schule ein Auslandsjahr machen wollte. Da ich 2018 im Juni Abi gemacht hab, hieß es für mich im August - „Ab nach England“. Mein Plan war es, in einem College im Haushalt und in der Küche zu helfen. Das habe ich dann auch getan. Für uns gab es jeden Tag Kantinenessen. Fettiges, kohlenhydratreiches Essen war das Merkmal - Toast mit Nutella, Pommes, in Öl getauchtes Gemüse, haufenweise Kekse und Desserts. Nachmittags kauften wir jede Menge Süßigkeiten. Ich war also wieder das perfekte Beispiel für einen ungesunden Lebensstil.

Es hat aber nicht lange gedauert, bis ich richtig krank wurde. Beim Arbeiten verfolgte mich eine unbeschreibliche Trägheit, ich habe schlecht Luft bekommen und mein Kreislauf war nicht mehr wie früher. Ich hatte mehr Kilos auf den Rippen und meine Haut hat sich schlagartig verschlechtert. Auf der Haut hatte ich viele weiße Flecken, bei denen man dachte, ich hätte eine Pigmentstörung. Ich wurde lustlos und hab mich immer zurückgezogen. Das hielt so lange an bis ich an dem Punkt war, dass ich gar nichts mehr essen und trinken konnte. Mein Bauch sah nach jedem Biss aus, als wäre ich im 9. Monat schwanger und ich hatte starke Übelkeit. Es stand fest, dass ich gegen irgendetwas allergisch reagierte. Für mich war klar, dass es so nicht weitergehen kann. Ich habe mich selbst nicht wiedererkannt. Ich wollte nur noch im Bett liegen und nicht mehr aufstehen. Nach 3 Monaten stand meine Entscheidung fest. Ich musste abbrechen und bin zurück nach Hause gekommen.

Zu Hause angekommen suchte ich direkt einen Arzt auf, der ziemlich schnell feststellte, dass ich einen Darmpilz hatte. Da sich ein Pilz von Zucker und Hefe ernährt, musste ich diese Sachen aus meiner Ernährung komplett streichen. Das war allerdings nicht so einfach. Wo findet man heutzutage Lebensmittel ohne Zucker? Wer schon einmal einen Pilz hatte, weiß, dass man einen anhaltenden Heißhunger auf etwas Süßes hat. Das hat das Ganze noch schlimmer gemacht.

Ungefähr 2 Monate nachdem ich wieder zu Hause war, war es dann soweit, dass ich aufgrund meiner Beschwerden ins Krankenhaus musste. Meine Ernährungsberatung hatte mich dorthin geschickt, damit man herausfinden kann, welche Lebensmittel ich nicht vertrage. Heraus kam eine Histaminunverträglichkeit, sowie eine Soja- und Sellerieallergie. Nach dem Krankenhausaufenthalt musste ich somit 3 Monate alle Lebensmittel, auf die ich eine allergische Reaktion hatte, erst einmal weglassen. Das hieß für mich, nur noch frisch kochen. Keine Fertiggerichte, kein Fast Food wie zum Beispiel eine Pizza und keine Schokolade.

Nach den 3 Monaten hat sich mein Wohlbefinden eindeutig verbessert. Ich hatte mich schon lange nicht mehr so fit und gut gefühlt. Ich war fasziniert, welche Auswirkungen die bloße Umstellung der Ernährung auf meinen Körper und mein Wohlbefinden hatte. Dieses Thema hat mich seitdem nicht mehr losgelassen. Mein Interesse dafür ist von Tag zu Tag gestiegen, da ich mich jeden Tag immer wieder neu damit befassen musste.

Aus anfänglichem Interesse und Faszination ist eine große Leidenschaft geworden. Mir wurde klar, dass Ernährung eine ganz große Rolle beim Thema Gesundheit spielt. In mir ist der Wunsch gewachsen, andere Menschen zu unterstützen und zu helfen, ihre individuellen Ziele zu erreichen. Egal ob das Ziel hierbei Abnehmen oder der Muskelaufbau ist. Für mich gilt: Essen soll Spaß machen! Ich bin kein Fan von Regeln, die mir sagen, was ich alles nicht mehr essen darf. Denn so verliert man den Spaß daran und gibt vielleicht schneller auf. Natürlich sollte man keine Unmengen an Süßigkeiten oder Fast Food zu sich nehmen. Wichtig ist eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung.

Genauso möchte ich aber auch diejenigen unterstützen, die aufgrund verschiedenster Krankheiten ihre Ernährung umstellen müssen. Bis heute tritt der Pilz und die Allergien bei mir immer wieder auf. Ich weiß, wie schwer es ist, die Ernährung umstellen zu müssen und genau hierbei möchte ich eine Motivation für die Menschen sein und sie auf ihrem Weg zu ihrem Wohlbefinden begleiten. Aus diesem Grund habe ich mich für das Studium Bachlor Ernährungsberatung entschieden und freue mich darauf, mein Herzensthema zum zentralen beruflichen Thema zu machen.